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Kalafatis und Ordolis: Ausstellung mit Werken von zwei griechischen Fotografen

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Donnerstag, 11. Dezember 2014
in der Griechischen Kulturstiftung Berlin
Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von zwei griechischen Fotografen:
„Athos – Die Farben des Glaubens“
von Stratos Kalafatis
und
„Athen, engelhaftes und schwarzes Licht“
von Kostas Ordolis
Dauer der Ausstellung: bis 23. Januar 2015

Die Ausstellung von Herrn Kalafatis wird in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Nationalbank Griechenlands (M.I.E.T.) präsentiert.
Die Ausstellung von Herrn Ordolis wird in Zusammenarbeit mit dem Fotografie-Museum Thessaloniki präsentiert.
Kuratorin der Ausstellung: Dr. Nina Kassianou

Stratos Kalafatis schreibt über das Projekt „Athos – Die Farben des Glaubens“:
„Das Foto-Projekt ‚Athos – Die Farben des Glaubens‘ begann im Januar 2008 und wurde im Jahr 2013 beendet. Es waren insgesamt 25 Besuche auf dem Berg Athos und 200 Tage fotografischer Arbeit nötig. Die Idee, den Ort und die Menschen des Heiligen Berges fotografisch festzuhalten, entstand bei einer Reise mit meinem guten Freund und Mitarbeiter Arsenios Toptsidis mit dem Ziel, die Schüler der Athonias-Akademie abzubilden. Die ermutigenden Resultate dieser ersten fotografischen Arbeit schufen die Bedingungen für die Fortsetzung. Der Heilige Berg Athos hat eine reiche Geschichte, eine tiefe Religiosität und eine eigene Logik. All das kann man nicht ignorieren. Als Fotograf habe ich mich mit absolutem Respekt vor den Menschen und dem Ort bewegt und bin dabei meinen fotografischen Prinzipien treu geblieben. Das Ergebnis beschreibt einen persönlichen Heiligen Berg Athos, der nicht ignoriert und nicht ablehnt.“

Kostas Ordolis schreibt über „Athen, engelhaftes und schwarzes Licht“:
„Meine Fotografie deckt keine speziellen Ereignisse auf, zeichnet nicht auf, dokumentiert nicht, verstärkt nicht die Ansichten, die in einem „Passiert so etwas?“ enden. Sie versucht, eine Atmosphäre zu erzeugen, Gefühle zu zeigen, in gedämpftes Licht und verzerrte Schatten zu schauen, die Eigenschaften des heutigen Weiß und Schwarz zu erforschen, die Formen und Stile, all diese unzählbaren Impulse des alltäglichen Lebens, die die neue sichtbare Realität in den Augen der Griechen in der Krise ausmachen. Eigentlich ist das Ereignis an sich nicht in meinen Fotos vorherrschend; es ist sein Echo, das für mich eher von Interesse ist. Die Aura, die etwas Neues entstehen und als Nachklang fortbestehen lässt. Nicht so sehr die Leute selbst, aber ihre Zeichen, ihre Fußspuren, der Staub, der auf ihrem Weg aufgewirbelt wird, ganz gleich, was für eine Erinnerung das durch ihre Anwesenheit bedingte augenblickliche Geraschel um uns herum hervorruft. Was ich zu tun versuche, ist nicht so sehr, über die Situation der Menschen zu sprechen, sondern vielmehr ihr Leben durch Fotografie ein bisschen wiederzubeleben. Indem ich persönliche visuelle Formen benutze, versuche ich, mich in einer klaren fotografischen Sprache zu artikulieren.“

Stratos Kalafatis: „Ich bin 1966 in Kavala geboren. Nachdem ich mein Studium an der Sportakademie der Aristoteles-Universität Thessaloniki abgeschlossen habe, trat ich auf der Suche nach meinem fotografischen Glück eine Reise durch Europa an, und später studierte ich Fotografie am Art Institute of Philadelphia. Seit meiner Rückkehr nach Griechenland 1992 beschäftige ich mich bis heute mit der Entwicklung und Realisierung langjähriger fotografischer Projekte wie „Archetypische Bilder“, „Omonia 2000 – Eine Reise zum Nabel Athens“, „Tagebuch 1989/2002“, „Saga“, „Archipelagos“, „Athos – Die Farben des Glaubens“. Die oben genannten Arbeiten wurden beim Agra-Verlag veröffentlicht und in vielen Ausstellungen in Griechenland und im Ausland präsentiert. Vor einigen Jahren haben Lia Nalbantidou und ich das STUDIOTESSERA gegründet, einen Raum, der der angewandten Fotografie und der Ausbildung junger Fotografen durch vielseitige ausbildende Tätigkeiten gewidmet ist.“

Kostas Ordolis zieht es vor, sich selbst als „leidenschaftlichen Liebhaber der Straßenfotografie“ zu bezeichnen. Mehr als 30 Jahre war er der analogen Schwarzweiß-Fotografie treu. In der letzten Zeit ist er jedoch – Eide und Versprechen brechend – im digitalen Zeitalter der Farbfotografie angekommen. Seine letzte Arbeit basiert auf der Suche nach neuen Formen für die Erzählung und Beschreibung von Städten, Regionen und Bildern, aus welchen das Bühnenbild des griechischen Alltags zusammengesetzt ist. Trotz seiner Präferenz für die offenen freien Räume arbeitete Kostas Ordolis über zehn Jahre lang als Bühnenfotograf in verschiedenen bedeutenden Theatern Griechenlands. Eine Auswahl aus dieser Arbeit wurde 2009 unter dem Titel „Shapes and Shadows from the Theatre“ veröffentlicht. Er hat sechs weitere Bildbände publiziert.

Ordolis hat Wirtschaftswissenschaft an der Kapodistrias-Universität Athen und Marketing an der McGill University zu Montreal studiert. Er arbeitet als Direktor der Abteilung Energieämter der staatlichen griechischen Elektrizitätsgesellschaft.

Dr. Nina Kassianou arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin mit dem Museum für Fotografie Thessaloniki zusammen (seit 2006). Von 2009 bis 2013 war sie künstlerische Direktorin der M55projects Gallery in Athen. Im Jahr 2001 hatte sie eine Kooperation mit dem Fotografie-Zentrum in Skopelos. Nina Kassianou hat verschiedene Ausstellungen kuratiert und Bücher über Fotografie in Griechenland und im Ausland herausgegeben. 2007 hat sie auf dem Gebiet der Geschichte der Fotografie an der Panteion Universität in Athen promoviert. Außerdem hatte sie 2002 ein Stipendium an der Princeton University (USA) erhalten, um die Archive zum griechischen Bürgerkrieg und dem griechischen Widerstand gegen die Nazis zu erforschen. Ein Jahrzehnt (1997-2007) lang hat sie als Fotografie-Kritikerin für „To Vima“, die angesehenste Zeitung in Griechenland, gearbeitet. Als Korrespondentin hat sie an vielen Festivals in Europa, wie z. B. bei PhotoEspana Madrid, Sifest Savignano, Fotofo Bratislava, Fotografia Europea Reggio Emilia, Fotofestiwal Lodz teilgenommen (1997-2013). Nina Kassianou hat zahlreiche Aufsätze (1997-2013) und Publikationen zur Geschichte der griechischen und europäischen Fotografie (2001-2013) verfasst. Darüber hinaus arbeitete sie als Dozentin an verschiedenen Universitäten und für Fotografie-Vereinigungen in Griechenland und im Ausland (2001-2013). Sie ist beteiligt an der Enzyklopädie über europäische Fotografie, die die Geschichte der griechischen Fotografie von 1900 bis 2000 beleuchtet.